Unterwegs in Aalen: Ein „hitztorischer“ Stadtrundgang mit Oasen Berkheim / Aalen. Am vergangenen Sonntag unternahm der Schwäbische Albverein, Ortsgruppe Berkheim, eine erlebnisreiche Kulturfahrt mit dem MEX in die ehemalige freie Reichsstadt Aalen. Unter der bewährten Leitung von Koordinator Jürgen Gruß erlebten die Teilnehmer einen abwechslungsreichen und geschichtlich fundierten Stadtrundgang, der bei sommerlichen Temperaturen auch zu erfrischenden „Oasen“ der Stadt führte. Auf den Spuren des berühmten „Spions“ Erste Station der Gruppe war das Historische Rathaus mit seinem markanten Spionturm. Das im 14. Jahrhundert errichtete Gebäude, das heute das Urweltmuseum beherbergt, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Besonders fasziniert zeigten sich die Berkheimer von der Sage um den „Spion von Aalen“: Als einst ein kaiserliches Heer vor den Toren stand, schickte die Stadt ihren vermeintlich schlausten Bürger als Kundschafter los. Dieser stolperte jedoch geradewegs ins Lager des Kaisers und stellte sich treuherzig mit den Worten vor: „Ich bin der Spion von Aalen!“. Der Kaiser war so amüsiert über diese entwaffnende Offenheit, dass er der Stadt verzieh und friedlich abzog. Von der historischen Kunstuhr, die die Reichsstadt Nürnberg einst nach dem Stadtbrand von 1634 spendete, ist heute noch der markante Kopf des Spions im Turm zu bewundern. Historische Brunnen und alte Prachtbauten Direkt unweit des Rathauses bestaunte die Reisegruppe den Marktbrunnen von 1979 mit den detailreichen Wappenmotiven und einer Nachbildung der Kaiser-Joseph-I.-Figur. Weiter ging es zum geschichtsträchtigen Bürgerspital. Der im Jahr 1719 neu errichtete Fachwerkbau diente über die Jahrhunderte hinweg als Fürsorgeort, Kriegsgefangenenlager sowie als Altersheim und ist heute eine lebendige, generationenübergreifende Begegnungsstätte. Ein besonderer Blickfang war zudem das Haus Aißlinger (auch bekannt als „Brotstadel“): Mit seiner markanten rot-weißen Fassade gilt es als das älteste Haus der Stadt und wurde nach einem Brand 1949 originalgetreu wiederhergestellt. Auch das Bürgerhaus am Marktplatz 2 mit seiner einzigartigen Giebelmalerei und dem prächtigen Rokoko-Treppenhaus hinterließ bleibenden Eindruck. Moderne Kunst und gelungener Abschluss Wie lebendig Stadtgeschichte transportiert werden kann, bewunderte die Gruppe am Kunsthaus in der Ritterstraße 1. Hier hat eine Künstlergruppe der Hochschule Aalen in wochenlanger Arbeit die Fassade eines alten Lagerhauses gestaltet und die Meilensteine von der Steinzeit über die Römerbesiedlung bis hin zur Gegenwart eindrucksvoll verewigt. Ebenso beeindruckte der Reichsstädter Brunnen von Fritz Nuss, der anmutige Szenen der Stadtgeschichte zeigt. Nach so vielen historischen Eindrücken durfte die Geselligkeit natürlich nicht zu kurz kommen. In der gemütlichen Kulisse der Bierhalle Aalen fand der rundum gelungene Ausflug bei gutem Essen und kühlen Getränken seinen gebührenden Ausklang, bevor die Gruppe vollgepackt mit schönen Erinnerungen die Heimreise nach Berkheim antrat.
